Die 2. Auflage der Stadtgeschichte(n) für Kinder ist da!

WIW_EDK_2.AuflAm 20. Februar gab es für SUSIMA und die Edition Köndgen schon wieder einen Grund zum Feiern: die Anlieferung der 2. Auflage von „Erklär mir mal Wuppertal“.  In der Warenannahme wurde es eng, aber nach dem Platzieren der Paletten  im Lager lichteten sich die Paketberge schon wieder etwas. Was nun nach fröhlichem Ab-, Aus- und Einpacken der vorgemerkten Exemplare für Wuppertaler Buchhandlungen und Barsortimente übrig ist, wird wohl ein paar Tage lang reichen. 🙂

Wir alle freuen uns so sehr über die positive Resonanz und hoffen bald auch auf erste Eindrücke aus den Schulen. Die Arbeits-CD mit Kopiervorlagen und ergänzendem Material zum Buch für Lehrer/innen ist nämlich nun ebenfalls erhältlich und kann über die Schulen beim Verlag angefordert werden. Sie wird ausschließlich für Unterrichtszwecke an Lehrkräfte abgegeben.

Erklär mir mal Wuppertal | Geschichte und Geschichten

Wuppertaler Zeitung (WZ) 25.09.2014

Wuppertaler Zeitung (WZ) 25.09.2014

Das Buchkind hat einen Namen!
Wuppertals Geschichte kinderleicht in Wort und Bild erzählt, mit Kurzgeschichten und erklärenden Sachinfos aufgelockert. Brücken über die Wupper von der Geschichte in die Gegenwart geschlagen, Bemerkenswertes gesammelt und mit Tipps für junge Stadtentdecker angereichert. Und einen Titel gefunden, der ab sofort den Projektnamen „Wir in Wuppertal“ ablöst.

„Erklär mir mal Wuppertal
– Geschichte und Geschichten“

Erscheinungstermin: Ende November

Und schon einmal vormerken: Der WDR sendet am Samstag, 11. Oktober 2014, ab 19:30 Uhr in der Lokalzeit Bergisch Land einen Beitrag über das Buch und seine spannende Entstehungsgeschichte. Als Gast im Studio: Simone Jacken, die SI von SUSIMA. Vorne auf dem Foto zu sehen und irrtümlicherweise von der WZ als Susann Fiedler vorgestellt.  🙂

Das Kinderbuchprojekt „Wir in Wuppertal“

Nach mehr als einem Jahr des Schaffens ist es wohl an der Zeit, endlich zu verkünden, was das Autorenteam SUSIMA eigentlich treibt. Das Kürzel SUSIMA steht für Susann Fiedler, Simone Jacken und Manuela Sanne, die Autorinnen des Kindersachbuchs mit dem Arbeitstitel „Wir in Wuppertal“. Zum erweiterten Autorinnen-Team gehört außerdem die Illustratorin Ariane Rudolph.
WIW-Taltexte

Der Bergische Geschichtsverein (Abteilung Wuppertal) hat mithilfe zahlreicher engagierter Unterstützer und Spender ein großartiges Buchprojekt für Wuppertaler Kinder auf den Weg gebracht – auf Anregung der Wuppertaler Stadtbibliothek. Dort suchen GrundschullehrerInnen seit Langem vergeblich nach geeignetem Material für den Sachkundeunterricht. Bis auf die mittlerweile schon arg in die Jahre gekommenen Arbeitsblätter von Eberhard Kreye, dem ehemaligen Rektor der Angelo-Roncalli-Schule, existiert aber nichts dergleichen.

WIW-Damals_WuppertalAuch das in den später Achtzigerjahren erschienene Buch von Günter Voigt „Damals in Wuppertal – Bilder und Berichte aus vergangenen Tagen unserer Stadt für Schüler ausgewählt und geschrieben“ ist zum einen längst nur noch antiquarisch lieferbar, zum anderen trotz der inhaltlichen Qualität nicht mehr zeitgemäß. Grundschüler lassen sich von einem textlastigen Schulbuch im Stil der Achtziger kaum motivieren, Neugier auf die Besonderheiten ihrer Stadt zu entwickeln.

Was sich Lehrer darum immer wieder wünschten, war modernes Material, das sich am Entwicklungsstand und an den Interessen von Grundschülern orientiert.So reifte beim Bergischen Geschichtsverein, an den dieser Wunsch durch Mitarbeiter der Stadtbibliothek herangetragen wurde, die Idee eines farbig illustrierten Sachbuchs für Kinder im Grundschulalter, das den Wuppertaler Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Dank großzügiger Spenden war 2013 die Finanzierung des Projekts gesichert – was noch fehlte, war ein versierter Verlagspartner.

Die Umsetzung des Buchprojekts durch die Edition Köndgen

WiW1Realisiert wird das Buchprojekt nun mit professioneller Unterstützung durch den Regionalverlag Edition Köndgen. In der Edition Köndgen sind neben einer Bilderbuchreihe mit Wuppertaler Themen für Kinder in den letzten Jahren etliche Sachbücher zur Wuppertaler Stadtgeschichte erschienen, die sich aber ausnahmslos an ein erwachsenes Publikum richten. Ein Kindersachbuch über Wuppertal früher und heute verbindet hier also die beiden Verlagsschwerpunkte Sachbuch und Kinderbuch auf passende Weise. Mit Sandra Balcke übernimmt eine ausgewiesene Fachfrau mit viel Erfahrung in diesem  Bereich die Buchgestaltung.

Nach Erscheinen im Spätherbst 2014 kann das Buch auch im Buchhandel zum gebundenen Ladenpreis erworben werden. Für Lehrer wird es zudem von Pädagoginnen für den Sachkundeunterricht erarbeitete Übungsmaterialien zum Buch geben. Bis dahin liegt noch eine Menge Arbeit vor allen Beteiligten. Mehr über Umfang und Inhalt des Buches werden wir nach und nach berichten: Informationen zum Aufbau, zur Themenauswahl, zu den einzelnen Kapiteln, zur Seitenzahl, zum genauen Erscheinungstermin … und vieles mehr.

Flyer zum Kindersachbuchprojekt „Wir in Wuppertal“ als PDF: Flyer

Die (fast) letzte frische Tat des Jahres 2013

Krumbholz_TatObwohl die SUSIMA-Kategorie ein bisschen vor sich hin dümpelt – wir Autorinnen dümpeln keineswegs. Der letzte Eintrag ist Monate her; in der Zwischenzeit haben wir uns einige Male getroffen und übereinstimmend festgestellt: Das Kapitel über die Vergangenheit der Stadtteile ist ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. Aber es wird! Jede von uns hat über die Feiertage, zwischen den Jahren und auch in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres eine umfangreiche To-do-Liste, damit wir beim nächsten Treffen am 13. Januar endlich die ersten Kapitel als textmäßig komplett erledigt abhaken können. Die Illustrationen und Bildrechte sind ja noch mal ein eigenes Thema, wir arbeiten daran, dass alles noch besser ineinandergreift und wir kapitelweise wirklich sagen können: Fertig.

Wir alle haben also „Keine Furcht vor frischer Tat“, passend zum Titel eines höchst interessanten Büchleins aus dem Kinderbuch Verlag Berlin, DDR 1985. Vor ein paar Wochen habe ich es antiquarisch erworben, in der Hoffnung, es möge mir Material und Anregungen für eine kurze Geschichte über den Schüler „Fritz“ liefern. Gestern ist die Geschichte fertig geworden, eine der letzten Taten dieses Jahres. Friedrich Engels lässt mich nicht los, ich fühle mich schon fast als als Genossin. Darum muss ich dieses alte Kinderbuch mal kurz vorstellen. Das Buch, gedacht „für Leser von 10 Jahren an“, ist echt ein Schmankerl. Verlag und Autor bedanken sich auf der letzten Seite übrigens recht artig beim „Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“, aber immerhin auch bei der „Stadtgeschichtlichen Abteilung im Engels-Haus“ und beim „Stadtarchiv Wuppertal“.

Hans Krumbholz schildert vor allem Friedrichs Jugendjahre, aber natürlich geht es auch um das große Ganze. Also um die böse Ungerechtigkeit in der Welt, den hehren Klassenkampf und die segensreiche Revolution. Krumbholzs Darstellung beginnt mit der Bekanntmachung in der Elberfelder Zeitung vom 29. Dezember 1820, in der Friedrich Engels sen. die Geburt seines ersten Kindes bekannt gibt. Sie endet 28 Jahre später, als Friedrich Engels 1948  in Elberfeld auf die Barrikaden geht und anschließend per Steckbrief gesucht wird. „Nun gehört auch Friedrich zu jenen, die von den Herrschenden verfolgt werden“, schreibt der DDR-Autor, und fügt hinzu: „Er hat es nicht als Makel empfunden.“

Aber mal abgesehen von dem teilweise unterträglichen linientreuen Geschwafel ist das Buch wirklich ein Quell der Inspiration, denn es zeigt viele alte Urkunden, Fotos, dazu handschriftliche Notizen und Zeichnungen des jungen Friedrich Engels und man erfährt manches über die anderen Mitglieder der Engels-Familie sowie wichtiger Persönlichkeiten aus ihrem Umfeld.

Friedrich Engels: Barmen, Manchester & Marxismus

Engels2Ein Taschenbuch, das so (siehe Foto) aussieht, ist zweifellos gelesen – und zwar intensiv. Umtausch nicht möglich. Dabei hatte ich doch geplant, die Engels-Biographie zu Recherchezwecken (Nachtrag: Recherche für das Kapitel „Maschinen übernehmen die Arbeit“ in dem Buch Erklär mir mal Wuppertal | Geschichte und Geschichten) kurz mitzunehmen, etwas reinzublättern und pfleglich querzulesen. Anschließend wollte ich sie – natürlich in quasi druckfrischem Bestzustand – wieder ins Regal stellen. Als Buchhändlerin macht man das gelegentlich, um Kunden ein wenig mehr über Schreibstil und Inhalt erzählen zu können, als aus dem Klappentext hervorgeht. Denn nicht zu jedem Titel gibt es ein Leseexemplar und man kann unmöglich alles kaufen.

Der Engels hat nun aber einen Platz in meinem eigenen Bücherregal gefunden. Dem Autor und populären britischen Historiker Tristram Hunt mag vorgeworfen werden, er habe in seiner Biographie teilweise stark vereinfacht und inhaltliche Auseinandersetzungen zwischen Engels und Marx nicht erschöpfend erklärt. Ich kann nur sagen: zum Glück. Denn sonst hätte er es wohl kaum geschafft, mir, einer bislang völlig Unwissenden, die Person Friedrich Engels, sein Denken, Schaffen und die außergewöhnliche Freundschaft mit Karl Marx nahezubringen. Bourgeoisie und Proletariat, die kapitalistische Gesellschaftsordnung und das Kapital, der Marxismus als Wissenschaft, Kommunismus, Sozialismus, Hegelianismus und alle verschiedenen Strömungen – ich durchschaue das alles ehrlich gesagt nach wie vor nicht, aber ich habe immerhin eine Vorstellung davon.

Engels, der Ausbeuter wider Willen

Damit sich auch weniger historisch bewanderte Leserinnen wie ich dem Leben und Werk des Duos Marx/Engels nähern können, gewährt Hunt spannende Einblicke in die industrielle Revolution sowie in die sozialen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts. Viel mehr als alle komplexen Theorieentwicklungen hat mich der Mensch Engels und sein persönlicher Lebensweg interessiert, insbesondere die erste Station in Manchester, beschrieben im Kapitel „Manchester in Schwarzweiß“. Als Fabrikantensohn und Angestellter bei Ermen & Engels in Manchester selbst Angehöriger der Bourgeoisie, beschrieb er in seiner Studie „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ die erbärmlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter ebenso wie die Auswüchse der Kinderarbeit und die katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt. Er beobachtete und trug Fakten zusammen. Engels1Zu Einblicken „von innen“ verhalf ihm seine Freundin Mary Burns, eine irische Arbeiterin. Er lernte sie in Manchester kennen und blieb lange Jahre bis zu ihrem Tod mit ihr liiert. Engels sollte später nach „Cottonopolis“ zurückkehren, beschrieben sind diese zwiegespaltenen Jahre im Kapitel „Manchester grau in grau“ – zwei miserable Jahrzehnte, in denen er als „Baumwoll-Lord“ Marx in vielerlei Hinsicht, vor allem auch finanziell, unterstützte und nach außen hin ein Leben führte, das seinen eigenen Überzeugungen widersprach. Diese Opferbereitschaft – auch über den Tod seines Freundes Karl Marx hinaus – zieht sich durch Engels Leben, das in weiten Teilen der Pflichterfüllung und der Sache dient: Karl Marx‘ Werk zu würdigen und fortleben zu lassen. So vollendete er „Das Kapital“, indem er für die weiteren Teile trotz chronischer Bindehautentzündung Marx‘ unleserliche handschriftliche Manuskripte entzifferte, ordnete und vervollständigte. Auf Ruhm und Ehre kam es ihm nicht an – weder im Leben noch im Tod: In seinem letzten Willen verfügte er, die Urne mit seiner Asche möge im Meer versenkt werden. Bloß kein Grabstein, bloß keine Aufmerksamkeit – die gebührte allein dem großen Marx.

Tristram Hunt
Friedrich Engels: Der Mann, der den Marxismus erfand
List by Ullstein
kartoniert, 573 Seiten, 13,99 EUR
ISBN: 9783548611709
Nachtrag: Das habe ich jetzt davon: Stiltest der FAZ

Karl Marx