Ein Stück Lebenskraft

Es quiekt das Schwein voll Eigensinn.
Als man es treibt zur Schlachtbank hin,
versucht‘s in der Masse sich zu verstecken –
jedoch das Schwein muss heute verrecken.
Und  ist es nicht willig, so braucht man Gewalt.

Ein Tritt, ein Knacken, Knochen brechen,
Messer, die schneiden, ausgraben, stechen.
Das Schwein, es liegt in seinem Blut.
Sein Fleisch schmeckt uns doch ach, so gut.
Und nichts erinnert an seine Gestalt.

Und nichts an die Qualen im Mastbetrieb
Und nichts an den Lebenswillen,
nichts, als das Würstchen, das übrig blieb
auf dem Rost beim fröhlichen Grillen.

Für das „Gedichtespiel“ 2010 verfasst aus den Vorgaben
Blut –  Eigensinn –  ausgraben –  schneiden – fröhlich