Gewollt und nicht gekonnt

Es sitzt der Fuchs, es dampft der Kopf,
was ist er doch für’n armer Tropf.
Er soll was reimen, das Herzen bricht –
Stroh zu Gold – und kann es nicht!

Unrein, rein und Assonanz
verwirren ihn am Ende ganz.
Klingend oder stumpf –
Fuchs wird es ganz dumpf.

Übergehend, überschlagend –
Fuchs verzweifelt lauthals klagend.
Darum reimt er halt kreuzbrav
A b a b  wie ein Schaf.

Hohe Dichtkunst ist das nicht,
wohl noch nicht mal ein Gedicht.
Immer gleiches, Herz auf Schmerz
Doch egal, ist nur Kommerz!

Fuchsgedicht 2010 für Dichterwettbewerb von Spee

Dumm gelaufen….

Fuchsgedicht_SchwebebahnEin Fuchs, vom Winter arg verdrossen,
hätte gern Zweisamkeit genossen:
In kalten Nächten ganz allein
möcht’ er in Zukunft nicht mehr sein.

Ein Fuchs, der schreitet flugs zur Tat,
hat schon im Kopf das Inserat,
das er gedenkt bald aufzugeben:
„Reinlicher Fuchs sucht Frau fürs Leben“.

Ein Fuchs, der wähnt sich fast im Glück,
bald findet er sein Gegenstück,
das zu ihm passt, ihn mag und ehrt –
kurzum, das ihn die Liebe lehrt.

Ein Fuchs, der sitzt vorm leeren Blatte
wär’ schrecklich gern ein Ehegatte,
blöd, dass auf dem Papier nichts steht…
Er ist … – genau – An-alphabet.

Fuchsgedicht 2010 für Dichterwettbewerb von Spee

Der Gewinn ging nicht an mich, blieb aber in der Familie: Den 1. Platz belegte meine Mutter und gewann eine Reise für zwei Personen nach Paris.

Spee-Dichterforum: Gewinnergedicht

Amore Criminale (Brunhild Sanne)

Heinz Rotfuchs war ein Hühnermeuchler,
Dazu ein ausgebuffter Heuchler.
Doch hatte er ein Töchterlein,
Das konnte schöner gar nicht sein.
Man sah schon bald den Fuchs von Spee
Sehr oft und gern in ihrer Näh.
Drauf ging ein Munkeln durch den Wald,
Die beiden hätten sich verknallt.
„Das duld’ ich nicht, das darf nicht sein!“
Hörte man Heinz Rotfuchs schrein.
Voller Ärger in der Nacht
Hat er sich auf den Weg gemacht,
Zum Hühnerstall des Bauern Jochen,
In den er schon oft eingebrochen.
Leis’, dass man ihn nicht ertappe,
Schob nach oben er die Klappe.
Kaum war er im Hühnerstall,
Gab es einen lauten Knall,
Denn die Klappe, die fiel runter,
Der Krach machte die Hühner munter,
Die in allen Tönen sangen –
Doch Heinz Rotfuchs war gefangen!
Zufällig war der Fuchs von Spee
Bei dem Desaster in der Näh’,
Schob die Klappe schnell nach oben,
Man hörte schon den Bauern toben:
„Warte, Dieb, jetzt kommt der Jochen,
Und der bricht dir alle Knochen!“
Doch statt des Fuchses, ach herrje,
Fand er nur ’ne Packung Spee …
Heinz Rotfuchs aber, unter Beben,
Sprach: „Freund, du rettetest mein Leben,
Sag, was möchtest du als Lohn?“
„Ich wäre gern dein Schwiegersohn!“
Erzählt wird hier nicht mehr der Rest,
Weil der sich leicht erahnen lässt.
Nur so viel sei euch noch verraten:
Zum Hochzeitsfest gab’s Hühnerbraten …