Der gefährliche Quatschkopf

Niko fand in letzter Zeit nichts spannender als Dinosaurier. Seit die nette Kassiererin ihm im Supermarkt ein Sammelalbum und die ersten drei Päckchen Dino-Sammelbilder geschenkt hatte, passte er auf, dass seine Eltern auch wirklich immer in genau diesem Geschäft einkauften. Denn nur dort gab es die Dinobilder. Mama und Papa beklagten sich zwar, weil ein anderer Laden viel näher lag und günstiger war, aber wenn Niko dann das Album holte und zeigte, wie viele Dinos ihm noch fehlten, seufzten sie schwer und fuhren doch wieder zum teuren Laden.

QuatschkopfAlle doppelten Bilder tauschte Niko mit seinen Kindergartenfreunden und so füllten sich die Seiten. Schließlich fehlte ihm nur noch ein einziger Dino, der riesige Flugsaurier Quetzalcoatlus. Weil dieser Name total unaussprechlich war, nannte Niko ihn Quatschkopf. Nun gab es an der Kasse aber keinen Nachschub mehr und auch keiner seiner Freunde konnte das Bild tauschen.

Kein Wunder, dass Niko am Abend traurig in sein Bett kletterte und sich die Decke über den Kopf zog. Er hatte noch nicht mal Lust auf eine Traumgeschichte. Mama und Papa wünschten ihm eine gute Nacht und Papa meinte dann noch: „Lass den Kopf nicht hängen, der Quatschkopf kommt bestimmt zu dir.“ Aber Papa hatte ja keine Ahnung, es gab doch die Bilder nirgendwo mehr! Und ohne den gefährlichen Quatschkopf war das ganze Album nichts wert.

Die Gedanken kreisten so laut in Nikos Kopf, dass er schon glaubte, echte Geräusche zu hören. Da, jetzt wieder! Ein Krächzen, genau über ihm. Vorsichtig lugte er unter der Bettdecke hervor und tauchte vor Schreck sofort wieder ab. An seiner Hängelampe krallte sich ein seltsames Wesen fest, das im Mondlicht aussah wie ein zu klein geratener Flugsaurier! Neugierig lupfte Niko noch einmal die Bettdecke. Der Mini-Dino hatte sich jetzt auf dem Kopfkissen niedergelassen, gähnte und begann zu schnarchen. Aus der Nähe betrachtet sah das komische Geschöpf einem Quatschkopf sehr, sehr ähnlich. Bis auf die Größe natürlich, denn dieser Winzling konnte ganz bestimmt nicht der monstermäßig gigantische Quetzalcoatlus sein!

Niko fühlte sich mit einem Mal schläfrig. Er vergaß alles um sich herum, sogar den seltsamen nächtlichen Gast, und schlummerte fest ein. Dass jemand seine Zimmertür öffnete, an sein Bett trat und die Tür beim Hinausgehen leise wieder hinter sich schloss, bemerkte er schon nicht mehr.

Dafür war die Erinnerung morgens sofort wieder da. Schade, leider nur ein Traum, dachte Niko, als er sich vergeblich nach seinem Besucher umschaute. Aber was lag denn da auf seinem Kopfkissen, an genau der Stelle, an der es sich der Mini-Quatschkopf gemütlich gemacht hatte? Niko stieß einen Freudenschrei aus und stürmte in die Küche, wo Papa gerade im Schlafanzug Kaffee kochte. Glücklich hielt Niko ihm das Sammelbild unter die Nase: „Du hattest recht, Papa, der Quatschkopf ist zu mir gekommen! Im Traum und in echt!“

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