Ode an das Wattenmeer

by Dickelbers

by Dickelbers

So lautet elftens ein Gebot:
Gönn dir mal Urlaub, tut es not.
Und weil es nottat, sogar sehr,
urlaubte ich am Wattenmeer.

Bezog Quartier im Ferienhaus
und starrte auf das Meer hinaus,
doch ganz egal, wohin ich sah:
Das Meer war weg, es war nie da.

Wohin ich blickte, endlos Watt,
man sah sich weidlich daran satt,
und dachte, irgendwie wär‘s gut
käm‘ nach der Ebbe auch mal Flut.

Wahrscheinlich kam sie in der Nacht,
denn als des Morgens ich erwacht
und leidlich optimistisch war,
da war nur Watt, so weit ich sah.

Anstatt das Wasser zu begrüßen
stand ich am Strand mit beiden Füßen
den Horizont ganz fest im Blick
versunken im tiefschwarzen Schlick.

Schon hatte ich das Ganze satt,
fluchte, was machste auch am Watt?
Mediterraner ist das Flair
nun mal gewiss am Mittelmeer.

Während ich ungeduldig fluchte,
fand mich die Ruhe, die ich suchte,
mit ihr flutete endlich Meereswasser,
umspülte meine Füße immer nasser.

Und wie das Meer so kam und ging,
mit seinem Rhythmus mich umfing,
war’s aus mit aller Unzufriedenheit:
Watt für ne wunderbare Urlaubszeit!

© Manuela Sanne

Zwei Verse über flüchtiges Gebäck zum 1. Advent

Gebaeck1

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir sagen euch an das erste Gebäck,
das ist bekanntlich recht bald schon weg,
himmlisch süß duftend liegt es bereit,
der Weg in den Magen ist nicht weit.

Gebaeck2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Zimtstern mit Printe sich endlich vereint,
spürt man’s im Innersten, es ist Advent.
Doch das Innerste ist erst zufrieden, wie’s scheint,
ist das Gebäck auf dem Teller nicht mehr existent.

©Reimerlei 2013

©Reimerlei 2011
©Reimerlei 2011

Hungrige Grünkatze

Rein futtertechnisch liefert ein Balkon
nicht mal die allerwinzigste Portion!

Egal aus welcher Perspektive:
Ziemlich öd ist die Olive …

Bonnie an Olive

Bonnie an Olive

Und auch dieser grüne Flieder
ist mir eigentlich zuwider …

Bonnie an Flieder

Bonnie an Flieder

Ach, ich armes Katzentier,
ein Revier, das wünsch‘ ich mir!

Sechs

Sechs zu werden, ist Magie,  
so viel bringt das neue Jahr:
Schultornister, Stifte-Etui,
Kuchen, Party, Gästeschar.

Kindergarten bald zu Ende,
Wackelzähne, Schleife binden,
gelb blühn Kinderzimmerwände,
in die Schule, Freunde finden.

Sechs zu werden, das ist groß,
das ist Glück, dein Feiertag.
Gleich geht deine Party los,
und du fühlst dich bärenstark.

Mit Geschenken kommen Gäste
feiern, lachen, Riesenspaß.
Sechs, das schönste aller Feste,
nur die Mama etwas blass.

Denkt im Kreise ihrer Lieben:
Ein Jahr Ruhe bis zur Sieben!

©Reimerlei 2012