Ode an das Wattenmeer

by Dickelbers

by Dickelbers

So lautet elftens ein Gebot:
Gönn dir mal Urlaub, tut es not.
Und weil es nottat, sogar sehr,
urlaubte ich am Wattenmeer.

Bezog Quartier im Ferienhaus
und starrte auf das Meer hinaus,
doch ganz egal, wohin ich sah:
Das Meer war weg, es war nie da.

Wohin ich blickte, endlos Watt,
man sah sich weidlich daran satt,
und dachte, irgendwie wär‘s gut
käm‘ nach der Ebbe auch mal Flut.

Wahrscheinlich kam sie in der Nacht,
denn als des Morgens ich erwacht
und leidlich optimistisch war,
da war nur Watt, so weit ich sah.

Anstatt das Wasser zu begrüßen
stand ich am Strand mit beiden Füßen
den Horizont ganz fest im Blick
versunken im tiefschwarzen Schlick.

Schon hatte ich das Ganze satt,
fluchte, was machste auch am Watt?
Mediterraner ist das Flair
nun mal gewiss am Mittelmeer.

Während ich ungeduldig fluchte,
fand mich die Ruhe, die ich suchte,
mit ihr flutete endlich Meereswasser,
umspülte meine Füße immer nasser.

Und wie das Meer so kam und ging,
mit seinem Rhythmus mich umfing,
war’s aus mit aller Unzufriedenheit:
Watt für ne wunderbare Urlaubszeit!

© Manuela Sanne

Der Maien

Was in jedem Jahr im Mai geschieht,
nämlich, dass der Rhododendron blüht,
und noch manche andre Pflanze Blüten treibt,
ist nicht das, was mir von 05/13 unvergesslich bleibt.

Mir treibt’s Frostgeblüte auf die Gänsehaut,
frühlingsfrohsinnsmäßig nur leicht angetaut,
schau ich aus dem Fenster … auf ich weiß nicht was,
doch was es auch sei, es ist abscheulich klamm und nass.

Maiblüten

Melancholisches Poem an den Sommer 2012

Es war einmal ein Sommerregen,                      
der wurde immer schlimmer.
Durchdrang sogar – ich kann‘s belegen,
die Wand im Kinderzimmer.

Vom Regen, der mal leise nieselt,
mal sturzbachartig niederprasselt
fühl ich mich langsam angepieselt:
Der schöne Sommer ist vermasselt.

Es war einmal ein Sommerregen,
der störte ganz erheblich.
Die Hoffnung, sie war stets zugegen –
doch leider wohl vergeblich.

©Reimerlei 2012

Unhappy

Das hätte was, Unhappy End,                       
sei es auch nur das Ende.
Gern wäre ich von Dir getrennt
und starrte an die Wände.

Das hätte was, solch Seelenpein,
und wären’s Emotionen.
Gern dächte ich mit Schmerzen Dein,
ich will mich gar nicht schonen.

Der hätte was, der Neubeginn,
und sei es nur ein Anfang.
Gern schmisse ich die Brocken hin,
allein, es ist ein Angang.

Hättest Du nicht, ich hätte doch,
wir hatten uns mal lieber.
Jetzt ist im Herz ein trübes Loch
von größerem Kaliber.

Ich hätte dich, Du hättest mich
auf Händen einst getragen.
Unhappy End ist fürchterlich,
darum will ich es wagen.

Das hätte was, Unhappy End,
und sei es nur die Wende.
Und haben wir genug geflennt,
wird es ein Happy Ende.

©Reimerlei 2012

Sehr geehrtes Jahr 2012 …

… die guten Vorsätze noch nicht gefasst,
den Jahreswechsel wegen Müdigkeit beinah verpasst,
so bin ich schließlich, wie schon fast erwartet,
mehr schlecht als recht ins neue Jahr gestartet.

Egal, nun bin ich trotzdem mittendrin,
es steht mir zwar mitnichten schon der Sinn
nach Januar mitsamt den neuen Wandkalendern –
doch ist das ja nun leider aus Erfahrung nicht zu ändern.

Dann also jetzt mal endlich Schluss mit abgeschlafft,
kein Jammern mehr, es wird sich aufgerafft,
2012,  bin ab sofort an Bord und voll dabei!
Freundliche Grüße und ein Prosit von Frau Reimerlei.

©Reimerlei 2012