Die Laufhose – Eine tragische Tragekomfort-Geschichte

Laufhose’s war eine, ders zu Herzen ging,
dass was beim Laufen runterhing,
sie wollt es anders haben.

So denkt sie denn: „Wie fang ichs an?
Ich dreh sie um, so ists getan“ –
die Laufhose rutscht runter.

Da hat sie flink sie umgedreht,
trägt vorne nun, wo hinten steht –
Die Laufhose rutscht runter.

Sie zupft beim Laufen dran herum,
’s wird aber noch nicht besser drum –
Die Laufhose rutscht runter.

Sie läuft nach links, sie läuft nach rechts,
Sie tut nichts Guts, sie tut nichts Schlechts –
Die Laufhose rutscht runter.

Wo sie auch läuft, in einem fort
die Hose rutscht an jedem Ort–
Die Laufhose rutscht runter.

Und seht, da läuft sie immer noch,
und denkt: „Es hilft am Ende doch“ –
Die Hose war von Tchibo …*

(sehr sinnbe-frei-t nach Adelbert von Chamisso**)

* Es handelt sich hierbei um die Laufhose „Sport-Tight Seamless“ aus der aktuellen Kollektion „Das Zeug zum Laufen“. Trotz des Verzichts auf störende Seitennähte soll diese Hose laut Tchibo formbeständig sein und perfekten Sitz bieten bei voller Bewegungsfreiheit. Fakt ist: Beim ersten Tragen dachte ich, ich werde wahnsinnig. Ich zupfte und zog, das Ding verschob sich hartnäckig nach unten. So ähnlich wie bei Strumpfhosen; wer schon mal richtig schlecht sitzende Strumpfhosen getragen hat, wird wissen, was ich meine. Habe ich sie vielleicht verkehrt herum angezogen? Womöglich sind die Mesh-Einsätze doch nicht für die Kniekehlen gedacht, sondern müssen nach vorne, an die Knie? Natürlich nicht. Die Buxe rutscht, wie man sie auch dreht und wendet. Und das nicht etwa, weil ich sie zu groß gekauft hätte. Ja, ich weiß, Tchibo. Aber sie sah am Model echt gut aus.

**Tragische Geschichte

’s war einer, dems zu Herzen ging,
Daß ihm der Zopf so hinten hing,
Er wollt es anders haben.

So denkt er denn: „Wie fang ichs an?
Ich dreh mich um, so ists getan“ –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Da hat er flink sich umgedreht,
Und wie es stund, es annoch steht –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Da dreht er schnell sich anders ‚rum,
’s wird aber noch nicht besser drum –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Er dreht sich links, er dreht sich rechts,
Es tut nichts Guts, es tut nichts Schlechts –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Es dreht sich wie ein Kreisel fort,
Es hilft zu Nichts, in einem Wort –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Und seht, er dreht sich immer noch,
Und denkt: „Es hilft am Ende doch“ –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Ich war’s nicht! # Textanien

Manch einer annonciert beliebig,
und wundert sich, dass nicht ergiebig
des Inserates fette Beute.
Wo bleiben sie denn nur, die Leute,
die wissen um der Worte Macht?
Ach, hätt‘ der Texter doch bedacht,
Dichtkunst wird oft nicht schön gefunden,
sind Vers und Maß so ganz verschwunden.
So lässt Erfolg, obwohl unique erhofft
zwischen den Zeilen auf sich warten oft.

Text_beliebigWenn auch munter zusammengereimt, dies eingerahmte Fundstück und Machwerk aus Textanien stammt natürlich NICHT von Frau Reimerlei. Ich hab das nicht verbrochen!

Meine Inspiration dazu, wie häufig, der Meister seines Fachs, Dichter und Zeichner Wilhelm Busch (Zitat aus Dideldum! Der Maulwurf)

Musik wird oft nicht schön gefunden,
weil stets sie mit Geräusch verbunden.

 

Jagdgelüste

(Quelle: Wikimedia)

 

 

 

 

 

 

 

Wie mancher weiß, ereilt die Brunft
nicht nur im Wald das Schalenwild
denn wider jegliche Vernunft,
auch Herbert dies und jenes schwillt.

Erschien ihm in der Nacht gar hold
sein Weib, das tags recht mager deuchte,
farbloses Haar leuchtete Gold,
weswegen er vor Wonne keuchte.

Und ihr versprach, sie zu verwöhnen,
nie mehr sollt‘ sie im Bette frieren.
Doch Herberts raubtierhaftes Stöhnen,
tat seine Frau nur wenig inspirieren.

Verfasst für das Gedichtespiel November 2011 aus den Vorgaben:
Vernunft – Gold – verwöhnen – frieren – mager

Mit E-Post wär‘ das nicht passiert …

Wenn man sie braucht, das ist bekannt,                                 
sind Briefmarken meist nicht zur Hand.
Wär‘ eine nur zur Hand gewesen,
würd‘ pünktlich SIE die Zeilen lesen,
die Du ihr schriebst. SIE würde gurren,
vor Wonne wie ein Kätzchen schnurren,
sich noch einmal erweichen lassen.
Doch wollen wir zusammenfassen:
Die Post war zu. Kein Brief kam an,
SIE nahm sich einen and‘ren Mann,
SIE, Deine süße Zuckerpuppe –
und Du weinst heiße Tränen in die kalte Erbsensuppe.

Beitrag zum aktuellen Dichterspiel Mai 2011 verfasst zu den Vorgaben:
Erbsensuppe, Briefmarke, gurren, lesen, weich

                                                                                                                 

Gewollt und nicht gekonnt

Es sitzt der Fuchs, es dampft der Kopf,
was ist er doch für’n armer Tropf.
Er soll was reimen, das Herzen bricht –
Stroh zu Gold – und kann es nicht!

Unrein, rein und Assonanz
verwirren ihn am Ende ganz.
Klingend oder stumpf –
Fuchs wird es ganz dumpf.

Übergehend, überschlagend –
Fuchs verzweifelt lauthals klagend.
Darum reimt er halt kreuzbrav
A b a b  wie ein Schaf.

Hohe Dichtkunst ist das nicht,
wohl noch nicht mal ein Gedicht.
Immer gleiches, Herz auf Schmerz
Doch egal, ist nur Kommerz!

Fuchsgedicht 2010 für Dichterwettbewerb von Spee