Jagdgelüste

(Quelle: Wikimedia)

 

 

 

 

 

 

 

Wie mancher weiß, ereilt die Brunft
nicht nur im Wald das Schalenwild
denn wider jegliche Vernunft,
auch Herbert dies und jenes schwillt.

Erschien ihm in der Nacht gar hold
sein Weib, das tags recht mager deuchte,
farbloses Haar leuchtete Gold,
weswegen er vor Wonne keuchte.

Und ihr versprach, sie zu verwöhnen,
nie mehr sollt‘ sie im Bette frieren.
Doch Herberts raubtierhaftes Stöhnen,
tat seine Frau nur wenig inspirieren.

Verfasst für das Gedichtespiel November 2011 aus den Vorgaben:
Vernunft – Gold – verwöhnen – frieren – mager

Kaufrausch Buy-Buy

Sie verabscheut Einkaufswagen,
die Ungetüme auf vier Rollen,
mag keine Plastiktüten tragen,
die schweren, meistens übervollen,
kennt aber dennoch keine Schranken
beim Shoppen, ist nun zu erwähnen,
sie bleibt zuhause, muss nie tanken,
thront friedvoll auf nem Stuhl mit Lehnen,
klickert sich, ohne zu verzweifeln,
durch E-Buy, Marktplatz, Omazon…
Es liegt ihr fern, das Netz zu verteufeln
und sie erteilt sich Generalabsolution.

… im Gegensatz zum Mann mit dem Kuckuck, der eines Tages kam …

Für das Gedichtespiel April 2011 verfasst aus den Vorgaben:
Einkaufswagen – Schranken – erwähnen – verzweifeln – friedvoll

Kontemplation

Mal innehalten, Auszeit nehmen,
ergiebig sich der Sünden schämen
(an denen  mangelt es mitnichten),
auf Wein, Weib und Gesang verzichten,
was einerseits zwar recht beschwerlich –
doch tut er es. Und fühlt sich ehrlich
ganz wie ein neuer Mensch danach.

Doch ist er nicht mehr separiert,
da kommt er wieder anmarschiert,
des Sündenfalls illustrer Chor
und singt ihm schöne Lieder vor,
weswegen er bald schon wieder verreist
zwecks Einkehr ins Kloster Heiligengeist.
Des Menschen Fleisch ist nun mal schwach.

Für das „Gedichtespiel“  2010 verfasst aus den Vorgaben
separieren – Mangel – Chor – innehalten – ergiebig

Bauer suchte

Des Amors Pfeil verfehlte stets sein Ziel,
im Heu lag Jochen darum nachts alleine,
bereit zwar zu dem schönsten Liebesspiel,
doch mit ihm in die Scheune wollte keine.

Todlangweilig war’s ihm allein zumute,
könnte ihn eine denn nicht mal erhören?
Jochen litt stumm, da klopfte plötzlich Ute,
bereit, ihn auf der Stelle zu betören.

Die Gute. Ach, sie war nicht Jochens Fall,
drum scheuchte er sie unwirsch aus dem Stall.

Für das „Gedichtespiel“  2010 verfasst aus den Vorgaben
Pfeil – Tod – Heu – hören – stumm