Cool abgehängt

Fahrrad_1886Heut früh kämpfte hart ich am Berge beim Lauf.
Plötzlich, WUSCH! Ein Geschoss! Und sitzend darauf
ein sehr alter Herr. Überholte mich radelnd
und trat die Pedale frech halbherzig wadelnd.

Voller Leichtigkeit, locker, so zog er vorbei,
als ob’s auf der Welt das Normalste fast sei,
dass ein winziger Greis, geschrumpft, eher Zwerg,
mal so eben davonzieht am fiesesten Berg.*

Dabei nicht mal ATMET, wo ich ALLES gebe,
und schnaufend gerade mehr sterbe als lebe.
Pfeilschnell hat der Alte mich abgehängt
und ich gebe es zu: Erst war ich gekränkt.

Bestimmt so ein E-Bike, der Gedanke lag nah,
doch Fakt ist, dass es definitiv keines war.
Das war lediglich, wie ich felsenfest weiß,
ein sehr kleiner, sehr fitter und SEHR COOLER Greis!

* Erläuterung für Nichtläufer:

Wer nun denkt, was regt sie sich so auf, es ist doch wohl völlig normal, als Läufer von Radfahrern überholt zu werden: Ein gut trainierter, leichter Läufer ist an langgezogenen, fiesen Steigungen einem Radler mit mangelhafter Kondition tatsächlich überlegen. Schließlich hat der Läufer nur sein eigenes Körpergewicht bergauf zu bewegen, der Radler kämpft auch noch mit dem Gewicht seines Trainingsgeräts. Zu meinen „guten“ Zeiten waren mir kleine Privatbergwertungen Läufer vs. Radfahrer an Steigungen im Burgholz immer ein Fest. Gar nicht mal so selten hatte ich den Fuß vorn und hab den Mountainbikern mit ihren ultraleichten Rädern meine Rückseite gezeigt. Aber ein schickes Rad sagt eben noch nichts über die Kondition derjenigen aus, die darauf sitzen. Gegen einen Profi oder guten Amateur hätte ich natürlich auch in meinen schnelleren Tagen keine Chance gehabt. 😉

 

Kleine Warnung vor dem Lesen zur Unzeit

Quelle: carl’s books

Die Sonne brennt, es rinnt der Schweiß in Bächen,
und ich verfluche diesen Lauf nach Herzenslust.
Wie kann ein bisschen Hitze derart schwächen?
Obwohl: es ist ja Sommer, noch dazu August.

Es ist nicht so, als sei ich nicht gewarnt gewesen:
Im Sommer ist es über Mittag manchmal heiß.
Dass es sich daher nicht empfiehlt, vorm Lauf ein Buch zu lesen,
dies Rennen liefert mir nachgerade den Beweis.

Ach, hätte ich’s doch lieber erst danach gelesen;
Gemütlich läge ich jetzt in des Gartens Schatten,
statt durch der Mittagshitze Höllenglut zu pesen.
Ja, so ein Liegestuhl, der käme jetzt extrem zustatten.

Und wie gewünscht, schon haut’s mich um, und siehe da: Ich liege.
Jedoch nicht sonderlich bequem, da auf Asphalt.
Wenn ich den Autor dieses Buches je zu fassen kriege!
Und diesen Stolperstein! Lag einfach da im Hinterhalt!

Nur unter Auferbietung meiner letzten Leibeskräfte,
beende ich die schlecht getimte sportliche Aktion.
Zu Hause trinke ich zwei, drei geschorlte Apfelsäfte
und lese weiter: Jonas Jonasson.*

* Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Von Sieg zu Sieg – Fußball-WM der Frauen!

Letztes Spiel

Zittern, Zagen, böser Schluss
gegen Japan traf kein Schuss!

*heul

3. Spiel

Gegen Frankreich, c’est la vie,
Sieg mit Köpfchen! Schön! Merci! 🙂

2. Spiel

Unsre Mädels – wir wussten’s ja,
gewinnen (verbeult) gegen Nigeria! 🙂

1. Spiel

Mädels, das war wunderbar,
verputzt mal eben Kanada! 🙂

Frieder, komm bald wieder!

Hat der alte Hexenmeister                               
sich doch endlich rausgekickt,
nur der Oberbürgermeister,
schien darüber echt geknickt.

Runge, sprach er, komm bald wieder,
ohne Dich ist alles fad!
Darum kehrt der gute Frieder
jetzt zurück als Mann der Tat.

Beim WSV kehr‘n alte Besen
seit Jahrzehnten unverdrossen,
Das ist immer so gewesen,
jeder Irrtum ausgeschlossen…

© Reimerlei

*   Johann Wolfgang von Goethe  “Der Zauberlehrling”
**  Freddy Quinn  “Junge, komm bald wieder”