Der Maien

Was in jedem Jahr im Mai geschieht,
nämlich, dass der Rhododendron blüht,
und noch manche andre Pflanze Blüten treibt,
ist nicht das, was mir von 05/13 unvergesslich bleibt.

Mir treibt’s Frostgeblüte auf die Gänsehaut,
frühlingsfrohsinnsmäßig nur leicht angetaut,
schau ich aus dem Fenster … auf ich weiß nicht was,
doch was es auch sei, es ist abscheulich klamm und nass.

Maiblüten

Melancholisches Poem an den Sommer 2012

Es war einmal ein Sommerregen,                      
der wurde immer schlimmer.
Durchdrang sogar – ich kann‘s belegen,
die Wand im Kinderzimmer.

Vom Regen, der mal leise nieselt,
mal sturzbachartig niederprasselt
fühl ich mich langsam angepieselt:
Der schöne Sommer ist vermasselt.

Es war einmal ein Sommerregen,
der störte ganz erheblich.
Die Hoffnung, sie war stets zugegen –
doch leider wohl vergeblich.

©Reimerlei 2012

Missmutige Zustandsbeschreibung

Es rast die Zeit, es rennt das Jahr

(Quelle: Wikimedia)

und es gibt ständig Regen.
Man blickt zurück auf das, was war,
und denkt sich: Meinetwegen.

Es ist ja doch, wie es halt ist,
mal besser und mal schlimmer.
Es regnet. Es ist Sommer. Mist.
Wer drehte nur am Dimmer?

Es ist recht dunkel für August
… an einem Sommerabend.
Man blickt nach vorn, halb unbewusst
die Hoffnung fast begrabend.

Es kommt noch was, es rast die Zeit
trainiert schon für den Winter.
Wie es auch kommt, ich bin bereit.
Welch Sommer! Nichts dahinter.

©Reimerlei 2011

Tickerbetroffen

Mit getickertem Blick
betrachte den GAU
wiederhole den Klick.
Zoom! Detailgenau.

Unfassbar. Schalte aus,
nur die Sonne strahlt.
Sind wir fein heraus…
ein Himmel wie gemalt.

Knappe Halbwertzeit,
Ticker rasen weiter
So was wie Betroffenheit
als ständiger Begleiter.

© Reimerlei 2011

+++ Live-Ticker zur Japan-Katastrophe +++

Ein Stück Lebenskraft

Es quiekt das Schwein voll Eigensinn.
Als man es treibt zur Schlachtbank hin,
versucht‘s in der Masse sich zu verstecken –
jedoch das Schwein muss heute verrecken.
Und  ist es nicht willig, so braucht man Gewalt.

Ein Tritt, ein Knacken, Knochen brechen,
Messer, die schneiden, ausgraben, stechen.
Das Schwein, es liegt in seinem Blut.
Sein Fleisch schmeckt uns doch ach, so gut.
Und nichts erinnert an seine Gestalt.

Und nichts an die Qualen im Mastbetrieb
Und nichts an den Lebenswillen,
nichts, als das Würstchen, das übrig blieb
auf dem Rost beim fröhlichen Grillen.

Für das „Gedichtespiel“ 2010 verfasst aus den Vorgaben
Blut –  Eigensinn –  ausgraben –  schneiden – fröhlich