Du bist

Diese Welt ist nicht ohne Dich.
Dein perlendes Lachen, das ich noch immer höre, ist nicht verloren.
Dies Lachen, es lässt Funken sprühen.
Diese Welt hat Deine Schönheit nicht verloren, ich kann sie sehen.
So schön, es ist eine Freude, Dich anzuschauen.
Diese Welt hat Deine Kraft nicht verloren, die Dich und andere stark macht.
Lebensmut, der Dich erfüllt.
Diese Welt ist reich durch Deine Klugheit, die ich bewundere.
Dein Geist, Deine Kultur, Deine Sprachen.
Diese Welt ist nicht ohne Dich.
Du warst nicht. Du bist.

Für XY

Zwei am Ende

Quelle: Wikimedia Commons

 

Und am Ende, wenn wir unter der Kastanie stehen,
heftig leiden unter Herbstzeit-Depressionen,
keine Brücke bauen, uns mit nichts verschonen,
Schwüre brechen, Tatsachen verdrehen,
denken wir, das sei der Lauf des Liebeslebens,
alles Streben, Sehnen wieder mal vergebens,
wir können uns nicht in die wunden Augen sehen.
Statt wohlig fühlen wir uns seelisch unbelaubt,
und keiner schüttet Asche über unser kahles Haupt.


 

Für das „Gedichtespiel“  Oktober 2012 verfasst aus den Vorgaben
Kastanie  Brücke brechen leiden wohlig

Platz 1: „Zwiesprache“ von tigali
Platz 2: „Fest verwurzelt aneinander gekettet“ von mordred
Platz 3: „Zwei am Ende“ von Reimerlei

Unhappy

Das hätte was, Unhappy End,                       
sei es auch nur das Ende.
Gern wäre ich von Dir getrennt
und starrte an die Wände.

Das hätte was, solch Seelenpein,
und wären’s Emotionen.
Gern dächte ich mit Schmerzen Dein,
ich will mich gar nicht schonen.

Der hätte was, der Neubeginn,
und sei es nur ein Anfang.
Gern schmisse ich die Brocken hin,
allein, es ist ein Angang.

Hättest Du nicht, ich hätte doch,
wir hatten uns mal lieber.
Jetzt ist im Herz ein trübes Loch
von größerem Kaliber.

Ich hätte dich, Du hättest mich
auf Händen einst getragen.
Unhappy End ist fürchterlich,
darum will ich es wagen.

Das hätte was, Unhappy End,
und sei es nur die Wende.
Und haben wir genug geflennt,
wird es ein Happy Ende.

©Reimerlei 2012

Macho mio

Liebes Katerchen im schwarzen Felle

Macho * 12/ 2000 † 16.09.2011

viele Namen hab‘ ich Dir gegeben,
hingerafft, ganz eilig, auf die Schnelle,
haute es Dich raus aus diesem Katzenleben.

Und Du bist nicht mehr, Du lustiger Machito,
den ich gern Konstantinopel nannte.
Schluss, vorbei und aus. Finito.
Als ob er im Spurt gen Himmel rannte …

Macho mio, Katris, liebstes Katertier
eben strichst Du mir noch um die Beine
hast gemaunzt. Und jetzt schon fehlst Du mir.
Ich bin traurig, wenn ich auch nicht weine.

Denn noch bist Du mir ja viel zu nah,
kann ich diesen Unglückstag nicht fassen,
diesen Morgen, an dem es so schnell geschah.
Total plötzlich hast Du uns verlassen.

Macholino, rund und etwas wohlgenährt
immer lustig, ständig einen Riesenappetit,
lebtest Du Dein Katzenleben unbeschwert,
bis vorhin. Als ob man einen Stecker zieht.

War es das Herz, traf Dich der Schlag?
Was es auch war, es brauchte nur Sekunden.
Beim Start in Deinen sonnigwarmen Katertag,
bist Du, Machito, aus der Welt verschwunden.

Vielleicht wirst Du woanders Mäuse jagen,
und hast ein schönes Plätzchen reserviert
im Katzenparadies, anmutig wie in jungen Tagen,
im weiten Himmel, der kein Tier jemals verliert.

Grüß mir die andern, solltest Du sie sehen,
wer weiß, wem Du begegnest in der Ewigkeit.
Ich streichle Dich und lasse Dich in Frieden gehen.
Es war zu früh. Und doch: Es war soweit.