Weihnacht 2015

Weihnachtsengel_2015Nun rücken wir allüberall eng zusammen,
mästen die Bäuche, die ohnehin strammen,
aus Töpfen und Pfannen sieht man es dampfen
üppigen Festtagsschmaus gibt es zu mampfen.

Womit nicht mehr vieles zu sagen bliebe
über den christlichen Festakt der Liebe,
außer, dass wir Geschenke und Gaben,
großzügig ebenfalls eingekauft haben.

Es ist Weihnachten, wir reden vom Frieden
der uns hierzulande tatsächlich beschieden,
allen anderen gönnen wir ihn zwar auch –
so ist das nun mal an Weihnachten Brauch –,

… aber bitte dankesehr ohne die Flüchtlingskrise,
weil diese uns und Europa die Stimmung vermiese.
Und wenn die Geflüchteten Frieden wollen,
sie ihn gefälligst im eigenen Land finden sollen.

Oder irgendwo anders, Hauptsache nicht hier,
deren Kriege sind doch wohl kaum unser Bier.
Wo käme man hin, würden alle herkommen.
Soweit die Gedankengänge, die frommen,

besorgter Menschen, die an Heiligabend
an Gans und Ente und Karpfen sich labend
so inbrünstig singen vom Frieden auf Erden.
denn es wird wieder Weihnachten werden …

Die Laufhose – Eine tragische Tragekomfort-Geschichte

Laufhose’s war eine, ders zu Herzen ging,
dass was beim Laufen runterhing,
sie wollt es anders haben.

So denkt sie denn: „Wie fang ichs an?
Ich dreh sie um, so ists getan“ –
die Laufhose rutscht runter.

Da hat sie flink sie umgedreht,
trägt vorne nun, wo hinten steht –
Die Laufhose rutscht runter.

Sie zupft beim Laufen dran herum,
’s wird aber noch nicht besser drum –
Die Laufhose rutscht runter.

Sie läuft nach links, sie läuft nach rechts,
Sie tut nichts Guts, sie tut nichts Schlechts –
Die Laufhose rutscht runter.

Wo sie auch läuft, in einem fort
die Hose rutscht an jedem Ort–
Die Laufhose rutscht runter.

Und seht, da läuft sie immer noch,
und denkt: „Es hilft am Ende doch“ –
Die Hose war von Tchibo …*

(sehr sinnbe-frei-t nach Adelbert von Chamisso**)

* Es handelt sich hierbei um die Laufhose „Sport-Tight Seamless“ aus der aktuellen Kollektion „Das Zeug zum Laufen“. Trotz des Verzichts auf störende Seitennähte soll diese Hose laut Tchibo formbeständig sein und perfekten Sitz bieten bei voller Bewegungsfreiheit. Fakt ist: Beim ersten Tragen dachte ich, ich werde wahnsinnig. Ich zupfte und zog, das Ding verschob sich hartnäckig nach unten. So ähnlich wie bei Strumpfhosen; wer schon mal richtig schlecht sitzende Strumpfhosen getragen hat, wird wissen, was ich meine. Habe ich sie vielleicht verkehrt herum angezogen? Womöglich sind die Mesh-Einsätze doch nicht für die Kniekehlen gedacht, sondern müssen nach vorne, an die Knie? Natürlich nicht. Die Buxe rutscht, wie man sie auch dreht und wendet. Und das nicht etwa, weil ich sie zu groß gekauft hätte. Ja, ich weiß, Tchibo. Aber sie sah am Model echt gut aus.

**Tragische Geschichte

’s war einer, dems zu Herzen ging,
Daß ihm der Zopf so hinten hing,
Er wollt es anders haben.

So denkt er denn: „Wie fang ichs an?
Ich dreh mich um, so ists getan“ –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Da hat er flink sich umgedreht,
Und wie es stund, es annoch steht –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Da dreht er schnell sich anders ‚rum,
’s wird aber noch nicht besser drum –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Er dreht sich links, er dreht sich rechts,
Es tut nichts Guts, es tut nichts Schlechts –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Es dreht sich wie ein Kreisel fort,
Es hilft zu Nichts, in einem Wort –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Und seht, er dreht sich immer noch,
Und denkt: „Es hilft am Ende doch“ –
Der Zopf, der hängt ihm hinten.

Cool abgehängt

Fahrrad_1886Heut früh kämpfte hart ich am Berge beim Lauf.
Plötzlich, WUSCH! Ein Geschoss! Und sitzend darauf
ein sehr alter Herr. Überholte mich radelnd
und trat die Pedale frech halbherzig wadelnd.

Voller Leichtigkeit, locker, so zog er vorbei,
als ob’s auf der Welt das Normalste fast sei,
dass ein winziger Greis, geschrumpft, eher Zwerg,
mal so eben davonzieht am fiesesten Berg.*

Dabei nicht mal ATMET, wo ich ALLES gebe,
und schnaufend gerade mehr sterbe als lebe.
Pfeilschnell hat der Alte mich abgehängt
und ich gebe es zu: Erst war ich gekränkt.

Bestimmt so ein E-Bike, der Gedanke lag nah,
doch Fakt ist, dass es definitiv keines war.
Das war lediglich, wie ich felsenfest weiß,
ein sehr kleiner, sehr fitter und SEHR COOLER Greis!

* Erläuterung für Nichtläufer:

Wer nun denkt, was regt sie sich so auf, es ist doch wohl völlig normal, als Läufer von Radfahrern überholt zu werden: Ein gut trainierter, leichter Läufer ist an langgezogenen, fiesen Steigungen einem Radler mit mangelhafter Kondition tatsächlich überlegen. Schließlich hat der Läufer nur sein eigenes Körpergewicht bergauf zu bewegen, der Radler kämpft auch noch mit dem Gewicht seines Trainingsgeräts. Zu meinen „guten“ Zeiten waren mir kleine Privatbergwertungen Läufer vs. Radfahrer an Steigungen im Burgholz immer ein Fest. Gar nicht mal so selten hatte ich den Fuß vorn und hab den Mountainbikern mit ihren ultraleichten Rädern meine Rückseite gezeigt. Aber ein schickes Rad sagt eben noch nichts über die Kondition derjenigen aus, die darauf sitzen. Gegen einen Profi oder guten Amateur hätte ich natürlich auch in meinen schnelleren Tagen keine Chance gehabt. 😉

 

Ode an das Wattenmeer

by Dickelbers

by Dickelbers

So lautet elftens ein Gebot:
Gönn dir mal Urlaub, tut es not.
Und weil es nottat, sogar sehr,
urlaubte ich am Wattenmeer.

Bezog Quartier im Ferienhaus
und starrte auf das Meer hinaus,
doch ganz egal, wohin ich sah:
Das Meer war weg, es war nie da.

Wohin ich blickte, endlos Watt,
man sah sich weidlich daran satt,
und dachte, irgendwie wär‘s gut
käm‘ nach der Ebbe auch mal Flut.

Wahrscheinlich kam sie in der Nacht,
denn als des Morgens ich erwacht
und leidlich optimistisch war,
da war nur Watt, so weit ich sah.

Anstatt das Wasser zu begrüßen
stand ich am Strand mit beiden Füßen
den Horizont ganz fest im Blick
versunken im tiefschwarzen Schlick.

Schon hatte ich das Ganze satt,
fluchte, was machste auch am Watt?
Mediterraner ist das Flair
nun mal gewiss am Mittelmeer.

Während ich ungeduldig fluchte,
fand mich die Ruhe, die ich suchte,
mit ihr flutete endlich Meereswasser,
umspülte meine Füße immer nasser.

Und wie das Meer so kam und ging,
mit seinem Rhythmus mich umfing,
war’s aus mit aller Unzufriedenheit:
Watt für ne wunderbare Urlaubszeit!

© Manuela Sanne