Einen Elefantendienst …

Tuffi (©Ariane Rudolph)

Tuffi (©Ariane Rudolph)

… erweist sich der Deutsche Tierschutzbund e.V., dessen Präsident Thomas Schröder tatsächlich Zeit gefunden hat, anlässlich des Tuffi-Fests „mit Verwunderung und Bestürzung“ einen offenen Brief an unseren OB Peter Jung zu schreiben. Aus Sicht des Tierschutzes sei es „mehr als unverständlich, dass das Geschehen scheinbar so unkritisch und auf belustigende Art und Weise gefeiert werden soll.“

Da zweifele ich doch nun ganz stark, ob der Tierschutzbund die Prioritäten sinnvoll setzt. Herr Schröder könnte zum Beispiel das Tuffi-Fest als Plattform nutzen, auf die im Kern richtige und wichtige Aktion „Keine Wildtiere im Zirkus“ aufmerksam zu machen. Und den Familien trotzdem ihren Spaß am Fest lassen, denn wir „belustigen“ uns nicht, wir freuen uns einfach über den guten Ausgang dieser ungeheuerlichen Begebenheit. Wir freuen uns darüber, dass Tuffi das Abenteuer heil überstanden hat. Wir freuen uns über eine Geschichte, die absolut einmalig war, ist und bleibt. Unkritisch stehen wir in Wuppertal der Sache sicher nicht gegenüber. Auch ich als Autorin zweier Bücher über Tuffi möchte keine Wildtiere im Zirkus leiden sehen. Die Werbefahrt von Tuffi ist übrigens so unverantwortlich gewesen, dass man selbst damals schon – in den 50ern wohlgemerkt, als Tierschauen, Zirkustiere und Werbegags mit Tieren an der Tagesordnung waren –, das Ganze im Nachhinein scharf kritisiert und die Verantwortlichen zu einer Geldstrafe verurteilt hat. Allerdings ging es da weniger um den Tierschutz als um die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit – es waren andere Zeiten. Nun, 65 Jahre später, ist es eben einfach nur noch eine fest im Wuppertaler Gedächtnis verankerte Geschichte. Und der Tierschutz ist dank der Aufklärungsarbeit engagierter Tierschützer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt.

Herr Schröder beschließt seinen Brief mit den Worten „Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Aspekte des Tierschutzes bei der Veranstaltung deutlich herausstellen würden.“ Da kann ich ihn mit froher Kunde beruhigen: Dass ein Elefant nicht in die Schwebebahn gehört, erfahren die Kinder auf dem Fest ohnehin. So steht’s nämlich in meinem Buch. Und was die Haltung im Zirkus anbelangt, um diese Aufklärung könnte sich doch dann Herr Schröder vor Ort kümmern. Schließlich erreichen die Plakate der aktuellen Kampagne des Tierschutzbundes dann doch eine wichtige Zielgruppe: Familien mit Kindern. Thematisch würde das gut zur Kunstaktion „Kunst gegen Wilderei“ von Otmar Alt und dem Förderverein des Grünen Zoos (Zoo-Verein Wuppertal e.V) auf dem Tuffi-Fest passen. Der Erlös aus den verkauften Tuffi-Plakaten des Künstlers fließt in Anti-Wilderei-Projekte in Nationalparks (Südafrika und Swaziland).

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